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Eisbaden in der Ostsee
Cooler geht’s nicht
Wer erinnert sich nicht an die Mutproben der Kindheit? Mit weichen Knien vom Zehn-Meter-Turm springen oder mit klopfendem Herzen durch den stockfinsteren Keller schleichen – wunderbar!
Bei zwei Grad Lufttemperatur in der drei Grad kalten Ostsee zu baden, fühlt sich ganz ähnlich an – aufregend, kribbelnd und herrlich verrückt.
Für die Mitglieder des Vereins Rostocker Seehunde ist der Kältekick ein festes Ritual: Zwischen September und April laden sie jeden Sonntag dazu ein, das frostige Vergnügen am Strand von Warnemünde zu genießen. „Ob ich das auch könnte?“, fragen sich diejenigen, die schon beim Zuschauen zittern. "Einfach machen!", erwidern die, die sich wonnevoll in die Wellen stürzen.
Reizend, diese Kälte!
Warm eingepackt in dicken Winterjacken – und kurz darauf im drei Grad kalten Wasser: In dieser Rostocker Familie verbindet die Liebe zum Eisbaden Generationen. - Bild: TMV/Gross Im Herbst und Winter bezaubert die mecklenburgische Ostseeküste auf ganz besondere Weise. Das Licht ist weich, die Strände weit und die Luft so klar, dass jeder Atemzug belebt.
Mit etwas Glück beobachten Strandspaziergänger beim Blick aufs Meer Farbtupfer, die sich beim näheren Hinsehen als mit Häkelmützen bedeckte Köpfe entpuppen. Wie Mini-Bojen tanzen sie auf den graublauen Wellen – ein Anblick, der zugleich Schmunzeln und Gänsehaut auslöst.
Gibt es wirklich Menschen, die bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt baden gehen? Oh ja, die gibt es – und manche genießen den Kältereiz sogar im Familienverbund.
Im Wollbikini in die Wellen
Eine Rostocker Familie – von der Großmutter bis zur Enkelin – hat das Bad in der Ostsee längst zu ihrem Ritual gemacht: vier Generationen frostharter Frauen, die regelmäßig gemeinsam in die Ostsee springen. Die älteste über 80, die jüngste gerade elf – und alle zieht es mit quietschbunten Kopfbedeckungen hinein ins Wasser. Bevor es losgeht, verwandelt sich der Rettungsschwimmerturm am Strand von Warnemünde in eine Umkleidekabine: Raus aus dem Wintermantel, rein in den Wollbikini!
Erst zuschauen, dann mitmachen
Mit bunter Häkel-Bademode ist man im Wasser gut sichtbar – und auch am Strand fällt man damit garantiert auf. - Bild: TMV/Gross Angefangen hat alles ganz unspektakulär: Wie viele andere standen Silke Bandilla und ihre Familie staunend am Strand von Warnemünde, schauten den Winterbadenden neugierig zu und fanden das bunte Treiben im eisigen Wasser einfach „cool“. Dann erfuhren sie von den Rostocker Seehunden. Der Verein, der rund 133 Mitglieder zählt, nahm sie so herzlich auf, dass aus dem Zuschauen schnell Mitmachen wurde.
„Jeder ist herzlich willkommen, es mal auszuprobieren – ob Vereinsmitglied oder Spaziergänger.“ (Silke Bandilla)
Das Schöne: Zusammen lässt sich die Zitterpartie viel besser meistern als allein. Nach dem Bad wird gelacht, geplaudert und oft auch ein heißer Tee geteilt. Der Verein sorgt dafür, dass sich jeder willkommen fühlt – ob Stammgast oder spontaner Urlauber, der den Schritt ins Wasser wagt.
Wagemutige herzlich willkommen!
Eisbaden mit den Rostocker Seehunden ist zwischen September und April immer sonntags um 10 Uhr möglich. Treffpunkt: Am Rettungsturm unterhalb des Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde Gut vorbereitet ins kalte Vergnügen
Nach dem Eisbad wartet ein kuscheliger Bademantel. - Bild: TMV/Gross Winterbadende schwören auf die gesundheitlichen Effekte. Der Wechsel von Kälte und Wärme stärkt die Gefäße und das Immunsystem, Gelenke und Muskulatur werden positiv stimuliert. Zudem hat der Kälteschock positive Auswirkungen auf die Psyche, denn er setzt Adrenalin und Endorphine frei, die ein euphorisches Glücksgefühl auslösen.
Für alle, die es wagen wollen, haben die Rostocker Seehunde gute Tipps zur Vorbereitung und eine goldene Regel: Winterbadende sollten sich bei der Badezeit an der Wassertemperatur orientieren: Drei Grad Wassertemperatur? Dann reichen drei Minuten Schockfrosten völlig aus.
Noch mehr Tipps fürs Eisbaden:
Langsam rantasten: Regelmäßig kalt duschen oder nach der Sauna ins Tauchbecken – so gewöhnt sich der Körper an Temperaturwechsel.
Aufwärmen vor dem winterlichen Bad: Ein paar Kniebeugen oder eine flotte Runde am Strand – so kommt der Kreislauf in Schwung.
Die Faustregel beachten: Die Badedauer sollte der Wassertemperatur in Grad entsprechen.
Wichtig fürs Danach: Schnell abtrocknen und warm einpacken – mit Mütze, Schal und dicken Socken – am besten zusätzlich ein heißes Getränk bereithalten.
Das empfiehlt der Arzt:
"Jeder, der sich fit fühlt und einen ärztlich geprüften stabilen Gesundheitszustand hat, kann sich in die kalten Fluten der Ostsee stürzen. Idealerweise wurde zuvor bereits mit Wechselduschen und regelmäßigen Saunagängen begonnen, den Körper auf das Abenteuer vorzubereiten. Ansonsten gilt: kaltes Wasser wie ein sehr wirksames Medikament einsetzen. Das bedeutet, zunächst niedrig dosieren und die Wirkung abwarten.“
(Dr. Hummel, ehemals Chefarzt einer Rehaklinik in Heiligendamm, leidenschaftlicher Eisbader und regelmäßiger Begleiter der Rostocker Seehunde beim Winterschwimmen am Warnemünder Strand.)
Die besten Spots zum Eisbaden an der Ostsee
Im Herbst und Winter ist man beim Baden in der Ostsee ganz für sich. - Bild: TMV/Gross Nicht nur in Warnemünde wird die Eisbade-Tradition gepflegt. Auch in anderen Orten können Einheimische und Gäste in der kalten Jahreszeit untertauchen.
Boltenhagen: Gleich neben der Seebrücke begrüßen am 1. Januar Hunderte Teilnehmende das neue Jahr
Prerow: Am Nordstrand wagen sich rund 500 Mutige ins Wasser, organisiert von den Darßer Strandpiraten.
Heiligendamm: Hier wird das Eisbaden auch zu Heilzwecken gepflegt, mit langer medizinischer Tradition.
Binz: Hier gibt es im Februar „Eisbaden-Light“ mit anschließender Sauna direkt am Strand.
Lubmin: Seit 1975 lädt der Club der Seehunde regelmäßig zum Sprung in die Ostsee ein.
Mirow: Am Mirower See gehen die „Dickhäuter“ jedes Jahr an Neujahr ins Wasser, bejubelt von zahlreichen Zuschauern.
Kurzer Badespaß, langes Glücksgefühl
Nach wenigen Minuten im Wasser: schnell aufwärmen, trocken einpacken – und das euphorische Gefühl genießen.
- Bild: TMV/Gross Zurück zur Familie mit dem coolen Hobby: Auch für die Bandillas ist der Spaß nach spätestens drei Minuten vorbei – doch das gute Gefühl danach hält viel länger an. Bevor sich aber die Zufriedenheit breit macht, heißt es: schnell in trockene Sachen schlüpfen und ein warmes Getränk genießen.
Bereit für Gänsehautmomente?
Nach dem Sprung in die eisige Ostsee ist Gänsehaut garantiert.
- Bild: TMV/Gross Eisbaden an der mecklenburgischen Ostseeküste ist kein alltägliches Erlebnis – und es liefert Geschichten, mit denen sich wunderbar angeben lässt. Wer im Herbst oder Winter in Warnemünde Urlaub macht und bunte Häkelmützen im Wasser entdeckt, weiß Bescheid – und ist vielleicht selbst bereit für das eiskalte Vergnügen.

Strandurlaub mal anders: Winterlicher Badespaß an der Ostsee
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